Der Bremskraftverstärker (Abk.: BKV) verringert die Betätigungskraft an der Bremse eines Fahrzeugs, die zur Erreichung einer gewünschten Bremswirkung benötigt wird.
Bei dem in Pkw und leichten Nutzfahrzeugen vorwiegend verbauten Unterdruck-Bremskraftverstärker wird die Hilfskraft mittels Unterdruck erzeugt. Dieses Funktionsprinzip soll hier näher beschrieben werden. In schweren Nutzfahrzeugen finden dagegen hauptsächlich hydraulische Verstärker Anwendung.
Unterdruckerzeugung
Kraftfahrzeuge mit Ottomotoren erfordern bei Teillast den Einsatz einer Drosselklappe, um ein brennfähiges Kraftstoff-Luftgemisch zu erzeugen. Als Nebeneffekt entsteht hinter der Drosselklappe im Ansaugtrakt (Ansaugkrümmer) ein Unterdruck, der für pneumatische Systeme wie beispielsweise dem Bremskraftverstärker oder einem Kaltlaufregler genutzt werden kann.
Ein Dieselmotor verfügt prinzipbedingt über keine Drosselklappe. Hier wird der Unterdruck durch eine Saugpumpe erzeugt. Dieser Unterdruck stellt ein Druckgefälle gegenüber der Außenluft dar, das sich im Bremskraftverstärker zur Erhöhung der Bremskraft ausnutzen lässt.
Auch beim Ottomotor kann eine Saugpumpe eingesetzt werden, z.B. bei Benzindirekteinspritzung (Magermixmotoren), oder bei BMW-Fahrzeugen mit Valvetronic.
Funktion
Wie in konventionellen Bremssystemen ohne Verstärker arbeitet das Bremspedal direkt auf den Hauptbremszylinder, der die Bremsflüssigkeit in das Leitungssystem zu den Bremsen drückt (vgl. Pascalsches Gesetz). Unterstützt wird dieser Druck durch eine Arbeitsmembran, deren eine Seite über eine Schlauchleitung mit der Ansaugung des Motor verbunden ist und entsprechend unter Unterdruck steht. Durch die Betätigung des Bremspedals wird die pedalgerichtete Seite der Membran mit atmosphärischem Druck beaufschlagt, so dass aufgrund der dann herrschenden Druckdifferenz eine Kraft entsteht, die die am Pedal aufgebrachte Bremskraft in gleicher Richtung unterstützt. Aufgrund der verhältnismäßig kleinen Druckdifferenz muss die Fläche der Membran ziemlich groß sein, um eine genügend hohe Kraftwirkung zu erzielen. Entsprechend hat das Gehäuse des Bremskraftverstärkers einen Durchmesser von bis zu 30 Zentimetern.
Durch die Auslegung der Ventile im Bremskraftverstärker ist die Hilfskraft des Kolbens immer proportional zur Pedalkraft. Ohne Unterdruck, beispielsweise beim Abschleppen ohne Motor, muß die Pedalkraft alleine die Bremskraft aufbringen.
Die Funktion des Bremskraftverstärkers wird wie folgt geprüft: Motor aus, Bremspedal mehrmals betätigen bis Pedaldruck hart wird. Bremspedal getreten halten, Motor starten, wenn das Bremspedal abfällt, ist der Verstärker in Ordnung.